Wer sein Leben mit aller Gewalt retten will, wird es erst recht verlieren…

Wie kann ich inmitten meiner vielen Probleme das wahre, das eigentliche Leben finden? Wie kann ich mich retten vor all den Bedrohungen in der Welt, die auf mich, auf uns warten? Wie kann ich meine Ängste besiegen, die in dieser unsicheren Zeit immer größer werden?

Jesus antwortet ganz deutlich auf diese Fragen:

„Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ Mt 16,25

Natürlich will ich mein Leben retten: ich will nicht, dass alles um mich zusammenbricht. Ich will in der relativen Bequemlichkeit weiterleben, die ich bis jetzt hatte. Ich will nicht, dass sich etwas ändert, was mir mein Leben schwierig macht, was mir Probleme bringt. Ich will mich nicht anstrengen müssen oder auf etwas verzichten müssen:

  • sei es Geld, das es mir ermöglicht, mir vieles zu kaufen, was ich gerade gerne hätte…
  • sei es eine Beziehung, die mir selbstverständlich erscheint und auf der ich mich schon lange ausruhe ohne viel investieren zu müssen…
  • seien es die vielen Ablenkungen, die mich zum Konsumenten machen und mir die Zeit rauben, mich aktiv für positive Veränderungen in meiner nächsten Umwelt einzusetzen…

Wovon könnte Jesus sprechen, wenn Er sagt, dass die, die bereit sind, ihr Leben zu verlieren, es genau dadurch erst so richtig gewinnen?

Es gibt zwei christliche Tugenden des „Verlieren-Könnens“, die uns erst zu Gewinnern des wahren Lebens machen, das den inneren Frieden bringt und das Leben in aller Tiefe er- leben lassen:

Vergeben: erst, wenn ich bereit bin nicht an meinem (vermeintlichen oder wirklichen) „Recht“ hängen zu bleiben und meine eigenen Vorstellungen, wie etwas oder jemand sein müsste, zurückzunehmen, erst dann kann ich über mich hinaus wachsen und Barmherzigkeit lernen. Und jede Barmherzigkeit, die ich an meinem Gegenüber lerne, die habe ich dann auch für mich selbst. Sie macht mich nicht nur freier von Vorwürfen gegen die anderen, sondern auch gegenüber mir selbst.

Demut: Wenn ich bereit bin mich selbst und meine Bedürfnisse auch immer wieder verlieren zu dürfen zugunsten eines „größeren Ganzen“, dann habe ich zwar im Moment etwas in meinem Leben verloren, aber ich gewinne etwas vom „größeren Ganzen“ dazu. Und auch das schenkt mir einen inneren Frieden, eine innere Befriedigung, die ich mit dem ständigen verbissenen Beharren auf der Erfüllung aller meiner Bedürfnisse nie bekommen werde.

Diese beiden Haltungen fordern eine beständige Willensentscheidung von mir selbst und danach einen ständigen Einübungsprozess, der das eine Mal gelingt und das andere Mal wieder misslingt. Jesus vergleicht das mit dem eigenen, kleinen Kreuz, das wir damit beständig auf uns nehmen, wenn wir auf diesem Lebensweg voran kommen wollen und dass das nicht funktionieren kann ohne, dass ich dabei ab und zu nicht mich selbst als wichtigste Person des Universums sehe. (Mt 16, 24)

„Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?“ (Mt, 16,26)

Will ich wirklich lieber die ganze Welt gewinnen und am Ende meines Lebens mit leeren Händen und verlorenem Herzen dastehen? Soll mein Leben am Ende umsonst gewesen sein?

„Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.“ (Mt 16,27)

Am Ende des Lebens zählt nur, was wir in Liebe für andere getan haben!
Alles andere können wir nicht über den Tod hinausretten!   
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Matthäus – Mt 16,21-27; Originaltext (Einheitsübersetzung)

In jenen Tagen begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen.

Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!

Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.

Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?

Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.

Wie klein ist mein Glaube?

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit trat ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie
und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Immer wieder fällt er ins Feuer oder ins Wasser.
Ich habe ihn schon zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen.
Da sagte Jesus: O du ungläubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir!
Dann drohte Jesus dem Dämon. Der Dämon verließ den Jungen, und der Junge war von diesem Augenblick an geheilt.
Als die Jünger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben?
Er antwortete: Weil euer Glaube so klein ist. Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.
Mt 17,14-20

Wie klein ist unser Glaube?

Die Strukturen der (katholischen) Kirche zerbrechen gerade rasant und können die erlösende Botschaft Jesu Christi in der heutigen Zeit an immer weniger Menschen innerhalb der Pfarrgemeinden weitergeben.
Einfach weil immer weniger Christen in die offiziellen Kirchen kommen um das „Schauspiel“ mitzuerleben.
Und es nur wenige Christen in den Pfarren gibt, die schlicht und einfach Christus begegnen wollen, egal, ob der Pfarrer „gut oder schlecht predigt“, die anderen sich „gut oder schlecht“ präsentieren, die Pfarrgemeinde „lebendig oder tot“ ist.
Die den Glauben in die Messfeier einbringen, der Berge versetzt, ohne dabei die vielen Problemen der heutigen Kirche zu verdrängen.
Die bereit sind daran zu leiden, ohne daran zu zerbrechen oder Christus zu verlassen.

Die meisten, die noch kommen erwarten sich, dass der Pfarrer der große Wundertäter ist, der den verfahrenen Karren aus dem Dreck zieht. Oder der Pfarrgemeinderat oder ein anderer Wundertäter oder „Guru“….

(Da sagt(e) Jesus) O du ungläubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen?

Wir drehen uns im Kreis der immer gleichen Probleme: Warum kommen immer weniger, und v.a. kaum jemand unter 50? Warum bleiben nach der Taufe, der Erstkommunion und der Firmung weder die Kinder noch die Eltern? Wie ändern wir die Strukturen und passen uns so an, damit wieder mehr Menschen in die halbleeren Kirchen kommen?

Und wir Jünger fragen uns:

Warum können denn wir den Dämon nicht austreiben? Warum können denn wir die neuen Strukturen nicht finden, heraus diskutieren bis wir sie geschaffen haben, mit Macht durchsetzen gegen die, die anderer Meinung sind…- konservativ, liberal, fortschrittlich, bewahrend.

Aber Jesus hat eine andere Antwort für uns Christen, seine Jüngerinnen und Jünger:

Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.

Es geht also nur um unseren Glauben? Um alles andere kümmert Er sich?

Er sagt schlicht und einfach zu seinen Jüngerinnen als sie fragen, warum sie es nicht schaffen, alles Kranke auszutreiben, damit Heilsames entstehen kann:
Bringt ihn her zu mir!

Und wie kann unser Glaube wachsen, damit er so groß wird wie ein Senfkorn?

Unser Glaube wächst durch Gottesliebe: im Gebet vereint sein mit dem Vater, unserem Schöpfer, in Christus, unserem Erlöser, durch die Liebe, Gottes Lebenskraft, seinen Geist.

Und unser Glaube wächst durch Nächstenliebe: konkret dem, der JETZT gerade da ist liebevoll begegnen; konkrete Werke der Barmherzigkeit tun an denen, die gerade niemanden haben, der ihnen Gutes tut und liebevoll auf sie schaut.

Und wenn der Glaube dann so groß ist wie ein Senfkorn, und wenn wir viele sind, deren Glaube so groß geworden ist, dann wird klar werden, worum es „in der Kirche Christi“ wirklich geht, was wirklich zählt und welche Strukturfragen völlig unwichtig werden.

Weil die Berge längst versetzt sein werden und wir als Christen IMMER UND ÜBERALL Christus nachfolgen können, nicht nur in einem bestimmten Kirchengebäude oder einer bestimmten Pfarrgemeinde oder bei einem bestimmten christlichen „Guru“.

Reiche Frucht bringen

Egal, was mein Platz in der Kirche gerade ist:

  • der der sich einsetzenden Unterstützerin,
  • der des Leiters mit Leitungsschwäche,
  • der des kritischen beiseite Stehenden
  • oder der der an der Kirche Leidenden…

Wenn ich auf meinem Platz nicht reiche Frucht bringe, dann ist der Same des Wortes bis jetzt bei mir auf den falschen Boden gefallen. (vgl. Mt 13, 23). Es ist dringend notwendig zuerst das Erdreich in meinem Inneren fruchtbar zu machen, damit der Same des Wortes die Chance hat in mir zu keimen, zu wachsen und Frucht zu bringen.

Das Erdreich kann nur fruchtbar werden, wenn es regelmäßig

  • durch Gebet gegossen ,
  • durch Selbstreflexion (Gewissenserforschung) umgeackert und
  • durch Unkraut Jäten (Entfernen schädlicher, energieraubender Angewohnheiten) liebevoll bearbeitet wird und sich entwickeln kann.

Die Kirche ist im Moment zu voll von Menschen, die die Frucht ohne fruchtbares Ackerreich „erschaffen“ wollen.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 13,1-23.

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees.
Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer.
Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.
Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;
als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre!
Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben.
Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.
An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen.
Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile.
Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.
Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.
Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.
Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt,
aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.
In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

Der gute Hirt

Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Jesus ist die Tür zu den Schafen. Er sagt: Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (nach Joh 10,1-10)

Derzeit sind viele Diebe in der Öffentlichkeit unterwegs, die uns das Leben in Fülle rauben wollen und uns stattdessen ein Leben in beständiger sozialer Distanz und Angst vor den anderen anbieten.

Für jeden, für den der Tod das endgültige Ende seines Lebens ist, endet seine Freiheit mit der Angst vor seinem endgültigen Sterben.

Daher kann man mit seiner öffentlichen Androhung gut Angst machen und Menschen in Panik versetzen.

Wie kommen wir aus dem derzeitigen Wahnsinn wieder heraus?

Fakt ist: jeder, der das liest, wird zu 100% sterben; nur ein kleiner Anteil von uns schon im Jahr 2020 und nur ein kleiner Anteil an Covid 19.

Die meisten Menschen sterben, ohne ihr Leben in der Fülle gelebt zu haben, die uns Jesus in diesen Bibelworten verspricht.

Der un-heilsame Lebensstil, den sie in den Jahrzehnten ihres Lebens ausgelebt haben, hat sie innerlich schon vor ihrem physischen Tod innerlich ab-sterben lassen:

  • zu viel von dem, was Körper und Psyche krank macht gierig in sich hineinstopfen
  • zu schnell durch das Leben rasen, ohne Zeit für Stille und Muße
  • zu wenig echte, tiefe Beziehungen mit Bereitschaft zur Hingabe an den anderen, die zu innerer Freude und echter Befriedigung führen

Immer wieder begegne ich Menschen, die schon innerlich tot wirken, obwohl sie noch leben.

Wir müssen hinaus aus der Angst, die uns in die Hände der „Diebe und Räuber“ dieser Welt treiben, die uns das Leben in Fülle stehlen!

Es. gibt ein Leben vor dem Tod und das will gelebt werden: lachen, weinen, lieben, sich um andere sorgen, leiden und mit-leiden, tanzen, umarmen, beisammen sein … – Hingabe an das Leben, so wie es ist.

Lassen wir uns unser Leben nicht rauben!

Leben wir die Fülle dessen, was möglich ist unter den Masken und Abständen.

Egal wie lange dein Leben noch dauert: am Ende steht immer Jesus Christus und erwartet dich mit offenen Armen. Und sagt: Hab keine Angst, ich habe den Tod besiegt.

Es gibt eben auch das Leben nach dem Tod. Und alle, denen dieser Glaube geschenkt ist, können den Tod in einer Freiheit sehen, die sich nicht mit Angst unterdrücken lässt.

Frohe Botschaft nach Johannes: 4. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr A Joh 10,1-10, (Einheitsübersetzung)

1 Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. 3 Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. 4 Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. 5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. 6 Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. 7 Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. 9 Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. 10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Fürchtet euch nicht, der Auferstandene lebt!

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 16,9-15.

Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.

Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht.

Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht.

Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.

Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!

Gedanken zum Bibeltext:

Der auferstandene Jesus erscheint immer wieder Menschen, die Ihn suchen und die Ihn lieben:

  • den Frauen am Grab, die Ihm einen Liebesdienst über den Tod hinaus erweisen wollen
  • den Jüngern, die in ihrer Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nach Emmaus zurück gehen
  • den Aposteln, für die nach seinem Tod alles aus ist, und die die Frauen lieber für verrückt halten als ihrem Zeugnis zu glauben

Und immer wandelt Er die Herzen der Menschen, denen er begegnet von Verzweiflung und Angst in Freude und Begeisterung.

Und immer können die, die Ihm begegnet sind, nicht schweigen über das, was sie erlebt haben und möchten die un-glaubliche Begegnung mit dem Unvorstellbaren mit allen teilen, die ihnen aufmerksam und offen begegnen.

Im stillen Herzensgebet machen wir uns jedes Mal wieder bereit, dem auferstandenen Jesus zu begegnen, der heute genauso da ist, wie damals. Weil wir daran glauben (wollen), macht es Sinn, Ihm meine Zeit im Gebet zu schenken und hinzuhören, ob er mir heute etwas sagen will.

Schauen- vertrauen- lieben- leiden
das sind die Grundhaltungen im Herzensgebet

  • auf Christus schauen
  • sich Ihm ganz anvertrauen
  • hingeben an das, was jetzt da ist
  • bereit sein unter dem zu leiden, was vielleicht hochkommt und mich leiden lässt (an mir oder an anderen)

Gerade in dieser unglaublich veränderten Zeit, die Hoffnung auf gute Veränderungen genauso hervorruft, wie auch die Angst vor dem Untergang der gewohnten Sicherheit, brauchen wir die Kraft aus der vertrauensvollen Hingabe an Gott, um dann- wie im obigen Evangelium- hinausgehen zu können und die Menschen um uns zu trösten und zu stärken

Geheimnis der Liebe

„Je mehr wir lieben und je mehr wir versuchen, andere glücklich zu machen, indem wir ihnen etwas von uns selbst schenken, desto vollkommener wird unser eigenes Glück.“

(aus: 33 Schritte mit Maria zu Jesus)

Das Paradoxe am Lieben ist, dass die Liebe wächst, wenn du sie verschenkst. Wenn du etwas von dir gibst und nicht ängstlich darauf schaust, dass du nicht zu kurz kommst.

Wenn du dich selbst hingibst; auf deine Gedanken, deine Wünsche, deine Sicherheiten, deine Mauern verzichten kannst und bereit bist, dich verletzlich zu machen und zu riskieren, dass Liebe bis zum Kreuz gehen kann.

„Gott will, dass die, die ihm gehören, glücklich und heilig sind.“ (Sel. Mutter Teresa von Kalkutta)

Wieso dann das Kreuz ?

Lieben besteht nicht darin, für den rest des Lebens in der Glückseligkeit mit einem anderen Menschen zu versinken, der alle meine Bedürfnisse erfüllt.

Beim Lieben brauchst du Geduld, Barmherzigkeit, Verzichtbereitschaft, Vertrauen, Vergebungsfähigkeit, und v.a. die Bereitschaft, ständig wieder neu mit dem anderen zu beginnen, die Person mit neuen, liebenden Augen zu sehen, ihr 77 mal den gleichen Fehler zu vergeben, wenn sie dich darum bittet.

Immer wieder und immer wieder…

Das ist das Geheimnis der Liebe, dass sie nie endet und nie ganz erfüllt ist solange wir leben.

(Sel. Mutter Teresa von Kalkutta)

Jesus reicht die Hand vom Kreuz herab